Netzwerk Theater
und Schule

Rück­blick

Spiel der Gäste

Gastspiel

Am 1. Juli 2021 gastierten Senger & Mitterlehner mit „Name: Sophie Scholl“ in der Hermann-Ehlers-Schule in Wiesbaden. Auf der Schulwebseite ist ein wunderbarer Beitrag zur Aufführung erschienen:

Die Schüler*innen der Klassen 10a, 10b und 10c sind an alle gleichermaßen beeindruckt von der überzeugenden Darstellung der Schauspielerin. Corona konform findet es in drei hintereinander folgenden Aufführungen in den entsprechenden Klassenräumen statt.

Begeistert wird applaudiert, bevor die Jugendlichen Gelegenheit haben, Fragen zum Stück zu stellen. Was dann folgt, ist ein spannender Workshop, der verschiedene Übungen zu den Fragen: „Wie hätte ich gehandelt? Zivilcourage ist leicht gefordert, aber woher die Courage nehmen?“ bereithält.

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1. Juli 2021
Online-Workshop für FLUX-Künstler:innen

Verstrickt und Zugenäht

Intersektionalität, Diskriminierung, Privilegien – was geht mich das an?

Intersektionalität beschreibt, dass unterschiedlichste Diskriminierungsformen nicht immer isoliert voneinander auftreten. Im Workshop „Verstrickt und zugenäht“ beschäftigten wir uns mit diesem Zusammenwirken und lernten, was Intersektionalität bedeutet und wie sie zum Tragen kommt.

Anhand von Impulsen, Kleingruppenarbeiten, Einzelreflexionen und anderen interaktiven Methoden setzten wir uns mit Privilegien auseinander, die wir in unterschiedlichen Machtverhältnissen und vor allem im Kunst- und Kulturbereich genießen. Gemeinsam lernten wir, das verzwickte Knäuel der „Ismen“ (Rassismus, Sexismus, Ableismus, Klassismus, Antisemitismus etc.) zu entwirren.

Wir luden dazu ein, Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Nicht etwa, um den Workshop mit Gefühlen von Scham und Schuld zu verlassen, sondern mit einem größeren Verantwortungsbewusstsein, einer höheren Sensibilisierung und Ideen für einen Umgang mit Privilegien.

Gastspiel

Die Lügenpolizeit war – in aufsuchender Präventionsarbeit – zu Besuch in Bottendorf: Ganze sechs Mal spielten die stromer am 15. und 16. Juni 2021 ihr Stück „TATÜTATA“ für die Kinder der örtlichen Grundschule. Humorvoll veranschaulichten die Theaterleute vor gebanntem Publikum Wissenswertes und Erstaunliches aus der Welt der Unwahrheiten und forschten das Thema in gemeinsamen Nachgesprächen mit den Schüler:innen weiter aus.

19. Mai 2021
via Zoom

Gut Gelandet

Die künstlerische Arbeit in ländlichen Räumen in Hessen ist vielseitig. In der Veranstaltung „Gut Gelandet“ blickten wir gemeinsam auf Potenziale regionaler Vernetzung und künstlerischer Strategien für die Arbeit in ländlichen Räumen. Wie baue ich Partnerschaften vor Ort auf, erschließe neue Räume und finde Multiplikator:innen?

Kulturakteur:innen aus Hessen berichteten über flächenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen, Lehrer:innen, Schüler:innen und Kommunen. Anhand der eigenen Praxis zeigten sie, wie unterschiedliche Akteur:innen ins Gespräch kommen, sie sich auf die Suche nach neuen Kulturorten begeben, sie Teilhabemöglichkeiten schaffen und kulturelle Aktivitäten einer Region neu beleben – und welche Herausforderungen dadurch entstehen.

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen laPROF – Landesverband professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e. V., FLUX – Netzwerk Theater und Schule und dem Programm „Performing Exchange“ des Bundesverband Freie Darstellende Künste.

4. Mai 2021
via Zoom

Tricks & Tools

Kollektiv künstlerisch mit Schüler:innen arbeiten und dabei in der Vermittlung einer Aufführung kontaktarm bleiben, fällt in dieser Zeit schwer. Unterschiedliche Videokonferenztools und andere Webanwendungen stehen zur Verfügung. Aber welche Vorkenntnisse brauche ich, welchen Zugang ermöglichen die Plattformen? Die FLUX-Fortbildung Tricks & Tools schuf Abhilfe und lieferte erste Antworten auf diese und weitere Fragen. In jeweils 20-minütigen Impulsen gewährten unsere Referent:innen Einblicke in ihre künstlerische Praxis mit verschiedenen digitalen Werkzeugen und luden zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Im Mittelpunkt standen u. a. Etherpad, Mentimeter und Spatial Chat sowie die App StadtSache.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

HANDverLESEN

Film: Sabine Loew

Die 1820 gegründete Freiherr-von-Schütz-Schule ist die älteste Schule für Gehörlose und Schwerhörige in Hessen. Im Schuljahr 2019/2020 recherchierte die Lehrerin Anja Gilles gemeinsam mit Schüler:innen der 10. Klasse die historische Situation derjenigen Schüler:innen, die von auswärts kamen und vor der Internatsgründung 1971 bei Pflegefamilien unterkamen. Aus der Recherchearbeit entstand ein Dokumentarfilm mit Spielszenen.

Die Künstlerinnen Cornelia Niemann und Sabine Loew begleiteten im FLUX-Projekt „HANDverLESEN“ diese Recherche- und Filmarbeit wiederum filmisch – als Dokumentation zur Dokumentation. Darüber hinaus wurden eigene Recherchen angestellt, Interviews geführt und die beteiligten Schüler:innen zu ihrer heutigen Lebenssituation befragt. Hieraus erarbeiteten sie gemeinsam eine theatralische Umsetzung in Gebärdensprache. Ziel war es, dem Publikum Gegenwart und Geschichte der Schule nahezubringen.

2. Plattform 2020

Film: Double Vision Films (Charlotte Bösling und Janna Pinsker)

Auch die FLUX-Residenzkünstler:innen mussten sich in diesem Jahr neuen Herausforderungen stellen und bestehende Konzepte neu betrachten. In einer ersten Plattform im Juni stellten alle Künstler:innen ihre Vorhaben vor. Nun war es an der Zeit, einen Rückblick auf die vier Residenzprojekte zu werfen, die in den vergangenen Monaten in Staufenberg, Grebenhain, Gadernheim und Schotten stattfanden.

Mit dabei war die Forschungsgruppe der Uni Koblenz, die die FLUX-Residenzen unter dem Forschungsthema: „Der dritte Ort? Künstlerische Residenzen im ländlichen Raum. Grundlagenforschung zur Kulturellen Bildung in ländlichen Regionen“ beforschte.

Beitrag

Vom Finden und Verfolgen der Ideen

Für das Projekt DO_KiL (Der dritte Ort? Künstlerische Residenzen in ländlichen Räumen) begleiten Forschende der Universität Koblenz-Landau Residenzkünstler und -künstlerinnen, die in ländlichen Gemeinden zu Gast sind.

Eine künstlerische Residenz kann als besondere Projektarbeit beschrieben werden, bei der sich Kunstschaffende für eine befristete Zeit an einem bestimmten Ort niederlassen, um dort zu arbeiten und zu forschen. […]

Einigen dieser Netzwerktreffen, Filmdrehs und Interview-Aufnahmen durften die Forschenden des Projektes DO_KiL beobachten.

Weiterlesen: Zum Artikel der Universität Leipzig

Presse

Kreativität fördern: Engagiertes digital-analoges Schulprojekt

HOCHHEIM – Man ruft die Einladungs-E-Mail auf, klickt den Link für „GoToMeeting“ und sieht das eigene Bild durch die eingebaute Kamera. Ein Klick auf „bereit“ reicht, um den digitalen Meeting-Raum der Kinderakademie der Heinrich-von-Brentano-Schule zu betreten. Schon winken und grüßen Schüler, Lehrer und Künstler aus den kleinen Bildern mit einem fröhlichen „Hallo!“

Weiterlesen: Zum Artikel in der Hochheimer Zeitung

Kinderakademie 2020

Im November letzten Jahres fand die FLUX-Kinderakademie 2020 mit Schüler:innen der Weinbergschule, der IGS Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim und Kindern aus Schlitz im Vogelsbergkreis statt. Die Künstlerinnen Hannah Schassner, Antigone Akgün und Annika Keidel stifteten den Corona-Umständen angepasste Formate rund um das Thema „GOOD NEWS“, die in digitalen und analogen Interventionen über mehrere Wochen Teil des Alltags der Kinder wurden. Entstanden sind Brieffreundschaften, ein Tabu-Spiel, ein Podcast, eine Choreografie und ein Abschlussfilm.

Eva-Maria Magel von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung interviewte die Beteiligten und fasste zusammen: „Wie Theater und Schule, Kinder und Kunst aneinander wachsen, zeigen Projekte wie die ‘Kinderakademie’.

Künstlerische Leitung: Hannah Schassner, Antigone Akgün und Annika Keidel
Mit: Schüler:innen der Brentanoschule und der Weinbergschule Hochheim

Presse

„Alles ist möglich“ – nicht nur beim Tanzen

HOCHHEIM – Die Turnhalle der Weinbergschule hat sich in den vergangenen Wochen ein bisschen zur Schauspielbühne gemausert. Bereits am 26. Oktober war das Junge Staatstheater Wiesbaden (diese Zeitung berichtete) dort zu Gast, wo sonst vor den strengen Corona-Bestimmungen Kinder über den Hallenboden flitzten. Am vergangenen Dienstag gab sich ein Teil des Ensembles von „Hennemanns Horde“ die Ehre und zeigte den Kindern tänzerisch, mimisch und gestenreich, dass alles möglich ist und nichts festgelegt sein muss – weder Tanzstile, noch Kleidung, deren Farbe oder gar Geschlechterklischees.

Weiterlesen: Zum Artikel in der Hochheimer Zeitung

Schaufenster 2020

„Daumen hoch für Kulturelle Bildung!“ hieß es beim letzten FLUX-Schaufenster am 4. und 5. November 2020. Künstler:innen, Lehrer:innen und Studierende kamen zusammen, um sich über die aktuelle FLUX-Gastspielreihe zu informieren.

Erstmals fand die Veranstaltung online statt: In kurzen Videotrailern stellten die Künstler:innen ihre für das FLUX-Gastspielprogramm 2020/2021 ausgewählten Produktionen vor, gewährten Einblicke in ihre Arbeitsweise und in ihr Angebot für das theaterpädagogische Begleitprogramm.

An beiden Tagen hatten die Teilnehmenden im Anschluss die Möglichkeit, in Interviews und Kleingruppen miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich am tagesübergreifenden Diskurs zu beteiligen.

Gäste des Spiels

Residenzen 2020

Wie so viele waren auch die FLUX-Residenzkünstler:innen und ihre Partnergemeinden durch die COVID-19-Pandemie zum Umdenken aufgefordert. Formate mussten neu gedacht, Kommunikationswege neu betreten und Ideen weiterentwickelt werden. Nichtsdestotrotz waren die Projektpartner:innen guter Dinge und realisierten erfolgreich Projekte für ländliche Räume.

Theater Joschik

KALTE FLEISCHWURST | 2020
Partner: Gemeinden Staufenberg, Lollar & Lumdatal
Peter Kurzeck (Alfred-Döblin-Preis) kam mit seiner Familie als Kind im Alter von drei Jahren als Vertriebener aus dem Sudetenland nach Staufenberg. Er hat in seinem literarischen Schaffen diesem Ort und seinen Erinnerungen an seine Kindheit in der Nachkriegszeit große Bedeutung beigemessen. Theater Joschik suchte diese Spuren, las Kurzecks Erzählungen. Durch Interviews sowohl mit Zeitzeugen als auch jetzigen Neu-Staufenbergern wurde die Verbindung ins Heute hergestellt.

Die Teilnehmenden im Alter von 17 bis 85 Jahren wurden miteinander und mit verschiedenen Kunstformen – Bewegung, Theater, Malerei – bekannt gemacht. In Gruppen wurden, je nach Lust und Talent, gemeinsam mit dem syrischen Maler Adnan Abd Al-Rahman, der Choreografin Ekaterina Khmara, der Zirkuspädagogin Angela Beppler, dem Theaterregisseur Matthias Faltz oder dem Musiker Michael Lohmann gearbeitet. Den inhaltlichen Ausgangspunkt bildeten dabei stets Kurzecks Themen: Erinnern, Bewahren, Heimat, Kunst.

Aufgrund der Pandemielage entschied sich das Residenzteam zum Abschluss des Projekts für eine Filmpräsentation. Aus „Kalte Fleischwurst“ wurde „Das Kleid meiner Großmutter“: Ein in Kooperation mit IM-PULS – Kulturpolitischer Arbeitskreis Staufenberg e. V. entstandenes Filmprojekt, das – ganz im Sinne Kurzecks – die Geschichten der Projektbeteiligten erzählt.

Kilincel & Schaper

SELFIE II | 2020
Partner: Gemeinde Schotten
Wie würde das Selfie einer Gemeinde aussehen? Was ist hier anders als in anderen Städten und Gemeinden und was ist gleich? Und was hat sich durch COVID-19 verändert?

Die Performancekünstlerin und Choreografin Tümay Kilincel und der Medienkünstler und Kulturschaffende Cornelius Schaper widmeten sich diesen Fragen in Schotten im Vogelsbergkreis. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort erforschten sie, wie das digitale Selbstbildnis der Stadt aussehen könnte, und sammelten in Gesprächen, Interviews und Workshops Themen, die den Bewohner:innen am Herzen liegen.

Das künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum wurde zu Pandemiezeiten in ein digitales Format umgedacht: Mit dem Material, das sie vor Ort einfingen, erstellte das Residenzteam unter dem Titel „Schotten 2020“ ein Selfie der Gemeinde – ein Mosaik der Stadt – in Form einer künstlerischen Webseite. Die Abschlusspräsentation bildete eine Schaufenster-Collage, die Passant:innen auf analogem Wege auf die Webseite hinwies und zum Besuch einlud.

Im Rahmen der FLUX-Kinderakademie entstand 2019 bereits das Projekt SELFIE. Diese Auseinandersetzung setzte das Team 2020 fort.

Studio Vogelsberg

Studio Vogelsberg II | 2020
Partner: Gemeinde Grebenhain
Studio Vogelsberg filmte in Zusammenarbeit mit den Bewohner:innen Grebenhains Videoepisoden, die sich durch dokumentarische Erzählungen von spezifischen Orten ihren Protagonist:innen nähern, und machte in Workshops mittels praktischer und performativer Übungen mit dem Medium Film vertraut.

Fokussiert wurde diesmal der Sportplatz in Volkartshain, dessen Geschichte eng mit dem Flugzeugabsturz eines amerikanischen Aufklärungsflugzeuges im Jahr 1966 verknüpft ist. Die Gemeinde hat die daraus entstandene deutsch-amerikanische Freundschaft umfassend dokumentiert und stellte dem Residenzteam das vorhandene Text- und Bildmaterial zur Verfügung.

Das Material bildete die Grundlage für die anschließende Projektarbeit mit einer Mädchengruppe sowie mit dem örtlichen Sportverein, der sich in dem Jahr nach dem Flugzeugabsturz gründete. So wurde gemeinsam die unmittelbare Umgebung neu reflektiert und imaginiert; es entstanden filmische Portraits zwischen Dokumentation und Fiktion.

Zum Abschluss organisierten die Künstlerinnen eine unter Coronaschutzbestimmungen durchgeführte Abschlussgala im Grebenhainer Bürgerhaus.

wil­lems&ki­derlen

GHOSTWRITING ODENWALD | 2020
Partner: Gemeinde Lauterbach
In „GHOSTWRITING ODENWALD“ wurden willems&kiderlen zu Forscher:innen eines kollektiven Gedächtnisses von Landbewohner:innen aus Lauterbach. Sie fragten: Welche Geschichten wehen über die Äcker, welche Häuser und Höfe standen da, wo heute keine mehr stehen, wie war das Leben damals und wie haben sich die Menschen jetzt in ihrem Leben „eingerichtet“? Haben sie sich eingerichtet? Wie haben sie die Umbruchszeit nach dem Krieg in ihren Dörfern erlebt? Wie sind sie damit umgegangen? Welche Geschichten möchten sie weitergeben? Welche Bilder, welche Strophen und Erinnerungen sollen nicht vergessen werden?

Im Zentrum dieser nunmehr dritten FLUX-Residenz des Kollektivs stand eine mehrgenerationale Begegnung, in der die Erzählungen, Erinnerungen, Lebensgeschichten und Umbruchserfahrungen einer älteren Land-Generation erforscht, gesammelt und anschließend von einer jüngeren Generation performativ angeeignet und – pandemiebedingt filmisch – in Szene gesetzt wurden.

Der fertige Film wurde zum Abschluss der Residenz in Form einer Webseite mit dem Titel „Die Lautertal Protokolle von willems&kiderlen“ veröffentlicht.

1. Plattform 2020

Film: Double Vision Films (Charlotte Bösling und Janna Pinsker)

Erstmals fand die FLUX-Plattform im turbulenten Jahr 2020 online statt. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer:innen das Potenzial und die Möglichkeiten digitaler Formate: Inwiefern produziert Digitalität (neue) Ein- oder Ausschlüsse in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen? Sind digitale Formate niedrigschwelliger? Wie findet soziale Interaktion und Teilhabe im digitalen Raum statt? Und wie lassen sich diese mit analogen Theaterformaten verknüpfen?

Katharina Künstler absolvierte ein Praktikum bei FLUX und hat ihre Eindrücke zur Plattform in einem Bericht zusammengefasst.

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