Netzwerk Theater
und Schule

Residenzen

Zug um Zug

Einleitung

Das von der Hessischen Landesregierung im Rahmen des Kulturkoffers geförderte Residenzprogramm stellt eine qualitative Weiterentwicklung von FLUX dar. Die Residenzprojekte sind speziell für ländliche Räume konzipiert, legen den Fokus auf intergenerationale Begegnungen und begleiten künstlerisch den demografischen Wandel auf dem Land. Jede Residenz ist geprägt durch die Besonderheit des Ortes, durch die künstlerische Handschrift der Theaterschaffenden und durch die Diversität der Beteiligten. Seit dem Start der temporären Theaterresidenzen im Jahr 2015 haben sich unterschiedliche Künstler:innen meist über mehrere Jahre in einer Gemeinde mit den verschiedensten Fragestellungen beschäftigt.

Die Projekte suchen sich ganz unterschiedliche Orte des Sichtbarwerdens: auf dem Marktplatz, in Leerstandsräumen, Containern, Schulen oder auf der Leinwand im Gemeindesaal. Die Residenzen sind auf drei Jahre angelegt und werden zum Austausch sowie im Sinne des Netzwerkgedankens von FLUX auf der FLUX-Plattform zusammengeführt.

2017 wurde das FLUX-Residenzprogramm 2016 nominiert für den Preis „DER OLYMP – Zukunftspreis für Kulturbildung“ der Kulturstiftung der Länder.

FLUX säen, Kunst ernten

Andiamo­Kollektiv

Biografien am Waldhof
Partner: Gemeinde Greifenstein
Im Fokus der Residenz des AndiamoKollektivs (Eva Schorndanner und Bernardo Sánchez Lapuente) liegt die jüngere Geschichte des Waldhofs in der Gemeinde Greifenstein als Kindheits-, Arbeits-, Lebens- und Heilungsort. Ab 1900 entstand am Waldhof eine Heilstätte für Tuberkulose, aus der sich im Laufe des Jahrhunderts eine Lungenfachklinik entwickelte. Mit der Schließung 2006 und dem endgültigen Weggang der Klinik Anfang 2021 gingen nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze für die Menschen aus Greifenstein und Umgebung verloren, sondern auch ein großer Lebensraum, denn viele Mitarbeiter:innen hatten mit ihren Familien selbst am Waldhof gelebt.

Mit dem Zuzug der Projektgruppe „Zukunftsdorf Waldhof“ entstanden in der Folge selbstorganisierte Wohn- und Nutzungskonzepte für die ehemalige Klinik. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft möchte das Residenzteam ansetzen: Mittels Interviews sollen die Perspektiven ehemaliger Bewohner:innen des Waldhofs eingefangen und das entstandene Material von Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung künstlerisch weiterverarbeitet werden.

Decker & Spahn

1,5 Grad oder die Verwandlung der Welt
Partner: Gemeinde Schwalmstadt
Unter dem Zeichen des Klimawandels sollen in der Residenz des Marburger Kollektivs Decker & Spahn (Anne Decker und Lea Spahn) fiktive Zukunftsvisionen erforscht werden: Wie stellen sich die Bewohner:innen eines Ortes ihre Lebenssituation in zehn Jahren vor? Die Künstler:innen möchten sowohl den nachwachsenden als auch den erwachsenen Generationen Gehör geben und ihre (Zukunfts-)Geschichten hör- und sichtbar in das Ortsbild einfügen. Im künstlerischen Fokus stehen dabei die Entwicklung von performativen Interventionen im öffentlichen Raum sowie das Arbeiten mit Audio-Installationen.

MONSTRA

AUS DEM WALD RUFEN
Gemeinde: Hessen
Das Frankfurter Kollektiv MONSTRA (Kim Willems, Katharina Speckmann und Gesa Bering) widmet sich einem Ort, der fast die Hälfte Hessens ausmacht: dem Wald – und seinen Schnittstellen und Verknüpfungen zu den Menschen um ihn herum.

Der Wald als Projektions- und Fantasiefläche, als Instrument für Nazi-Propaganda, als Dreh- und Angelpunkt für die Umweltschutzbewegung: die historischen und gegenwärtigen Anknüpfungspunkte sind vielfältig. Am Ende der drei Residenzjahre soll in Zusammenarbeit mit Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Expert:innen ein Documentary-Fiction-Film entstehen.

Reise in die Vergangenheit!