FLUX richtet sein Programm an Gemeinden, Kommunen und Schulen in Hessens ländlichen Räumen. Dabei sprechen wir bewusst von ländlichen Räumen – im Plural. Denn “den einen ländlichen Raum” gibt es nicht. Orte unterscheiden sich in Infrastruktur, Kultur, Demografie und ihren Ressourcen. Jede Gemeinde bringt eigene Voraussetzungen mit.
Für FLUX ist deshalb nicht allein die Größe eines Ortes entscheidend, sondern die Frage:
Haben Kinder, Jugendliche und Bürger:innen vor Ort vergleichbare Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe wie in den hessischen Ballungsräumen?
Kultur ist ein wichtiger Bestandteil gleichwertiger Lebensverhältnisse. Sie stärkt die Gemeinschaft,stärkt Gemeinschaft, eröffnet Teilhabe und trägt zu einer lebendigen Demokratie bei. Damit das auch außerhalb der großen Städte gelingt, braucht es verlässliche kulturelle Strukturen. Dafür setzt sich FLUX in Hessen ein.
Wie entscheidet FLUX?
Da es in Hessen keine verbindliche gesetzliche Definition ländlicher Räume gibt, betrachten wir jede Kommune einzeln. Dabei fragen wir beispielsweise:
- Ist ein vielfältiges öffentlich gefördertes Kulturangebot innerhalb von 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
- Sind Theaterbesuche oder andere Kulturveranstaltungen für Schulklassen praktisch umsetzbar?
- Gibt es vor Ort öffentlich subventionierte Theater-, Tanz- oder Performanceangebote?
- Sind diese niedrigschwellig, barrierearm und ressourcenschonend zugänglich?
Wo diese Voraussetzungen fehlen, sehen wir einen besonderen Förderbedarf.
Orientierung für unsere Förderung (aber wirklich nur als Orientierung)
Als Faustregel gilt:
- Dörfer (bis 2.000 Einwohner:innen)
- Landstädte (2.000–5.000 Einwohner:innen)
- Kleinstädte (5.000–20.000 Einwohner:innen), wenn ein vielfältiges Kulturangebot nicht innerhalb von 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.
- Mittelstädte (20.000–100.000 Einwohner:innen) in begründeten Ausnahmefällen, wenn weder ein entsprechendes Kulturangebot vor Ort besteht noch Ballungsräume innerhalb von 30 Minuten erreichbar sind.
- Unabhängig davon fördern wir Gastspiele und Projekte an Schulen mit Förderschwerpunkten auch in städtischen Räumen.
Diese Einteilung dient lediglich der Orientierung. Maßgeblich ist immer die konkrete Situation vor Ort.
Unser Förderschwerpunkt entwickelt sich weiter
Als FLUX vor über 15 Jahren gegründet wurde, stand zunächst der Aufbau eines Netzwerks von Partnerschulen und Gemeinden im Mittelpunkt. Heute umfasst dieses Netzwerk mehr als 270 Partnerschulen und zahlreiche Gemeinden.
Mit diesem Wachstum sind wir bei der Auswahl neuer Partnerschaften gezielter geworden. Unsere Ressourcen möchten wir dort einsetzen, wo kulturelle Teilhabe besonders eingeschränkt ist und auf die sich unser Förderauftrag konzentriert.
Wer mehr über die Definition und Veränderbarkeit des Begriffs der ländlichen Räume wissen will: Hier entlang!