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und Schule

Kulturelle Bildung

Zug um Zug

Was meinen wir mit Kultureller Bildung?

FLUX versteht Kulturelle Bildung als Bedingung von gesellschaftlicher Teilhabe für alle und als Haltung, die nicht nur die künstlerische Arbeit mit Menschen, sondern auch unsichtbare Arbeit davor, dazwischen und danach mitdenkt. Kulturelle Bildung bei FLUX heißt Theateraufführungen in Schulen zu bringen, partizipative Kunstprojekte in ländlichen Räumen zu entwickeln und Workshops für alle, die sich zu Kultureller Bildung fortbilden wollen, anzubieten.

Damit die  Angebote von FLUX von Teilnehmenden wahrgenommen werden können, müssen bestimmte Rahmenbedingungen geschaffen werden: Unterschiedliche Lebensrealitäten der Beteiligten müssen genauso Beachtung in der Planung und Konzeption finden wie Zeitressourcen, Bedürfnisse und Wissensstände. Anbahnungsphasen und Beziehungsarbeit in Projekten brauchen Zeit und Raum und müssen demnach finanziell gefördert werden. In ländlichen Räumen braucht Kulturelle Bildung zusätzlich Ansätze und Möglichkeiten, fehlende Mobilität auszugleichen.

Kulturelle Bildung, wie wir sie verstehen, denkt all das mit und schafft dort Möglichkeitsräume, wo andere Defizite sehen.

Vier Wünsche von FLUX an Kulturelle Bildung

1) Kulturelle Bildung soll künstlerische Teilhabe und Partizipation für alle Menschen ermöglichen.

· Wir feiern die Schönheit der Unterschiede: Menschen sind unterschiedlich. Dies ist kein Manko. Unsere Unterschiede sind schön. Kulturelle Bildung hat die Aufgabe, diese Schönheit zu sehen und abzubilden.

· Wir denken ländliche Räume als Möglichkeitsräume: Wir denken ländliche Räume als Lebens- und Kulturorte mit besonderen Fähigkeiten und Strukturen.

 

2) Kulturelle Bildung soll auf Augenhöhe stattfinden und darum wissen, dass alle von allen lernen können.

· Wir stellen die Teilnehmenden in den Mittelpunkt: Die Impulse der Teilnehmenden sind Ausgangspunkt der Überlegungen und Handlungen sowohl in der Konzeption von FLUX als auch in der Umsetzung der Akteur:innen und werden ernst genommen.

· Wir teilen Macht und Wissen: Wir bringen Methoden, Materialien und Erfahrungen mit und geben diese weiter, damit sie gemeinsam genutzt werden können.

 

3) Kulturelle Bildung soll Erfahrung am eigenen Körper sein: Spüren, Streiten, Spielen, Schaffen, Sammeln und noch so viel mehr.

· Wir denken den Kunstbegriff immer wieder neu: Kunst ist vielfältig und hängt stark von Sehgewohnheiten, Deutungshoheiten und Normvorstellungen ab. Diesem Phänomen begegnen wir mit größtmöglicher Offenheit und lernen immer wieder neu, wie unterschiedlich schön Kunst sein kann.

 

4) Kulturelle Bildung soll Räume schaffen, in denen Lernen ungewöhnliche, überraschende und nachhaltige Wege findet.

· Wir stellen den Prozess über das Ergebnis: Im künstlerischen Projekt geht es ums Ausprobieren, nicht um perfekte Resultate und glatt gebügelte Präsentationen. Scheitern und Stolpern im Prozess gehören dazu, genauso wie Ecken und Kanten in den Resultaten.

· Wir trennen nicht zwischen kultureller und politischer Bildung: Künstlerische Prozesse ermöglichen gesellschaftliche Reflexion und fördern demokratische Teilhabe.

Die FLUX-Formate

FLUX gestaltet vielfältige Formate, die Kunst und Begegnung in den Alltag von Schulen, Gemeinden, Vereinen und Initiativen tragen. Sie haben den Anspruch, künstlerische Prozesse niedrigschwellig und partizipativ zu gestalten und Kulturelle Bildung als Erfahrungsraum zu denken:

FLUX in Schulen:

FLUX denkt Schule als komplexes System mit unterschiedlichen Menschen und Bedürfnissen und arbeitet mit und nicht gegen die Schule an.

Schulgastspiele
FLUX bietet ein kuratiertes Gastspielprogramm für Schulen an. 15-20 verschiedene Tanz-, Performance- und Theaterstücke werden von einer Jury sorgfältig ausgewählt und kommen in die Schule. Die Schule zahlt nur die Hälfte des Gastspielpreises.

  • Drei SuperheldInnen posieren
    (c) De-Da Productions
  • Drei Tänzerinnen tanzen auf einer kreisrunden hellen Fläche. Sie tragen Kostüme aus Pausenbrot-Boxen.
    (c) Daniel Blattmann
  • Drei TänzenInnen tanzen in einer Turnhalle. Zwei von ihnen halten Umzugskartons, die dritte Person liegt gerade fast waagerecht in der Luft.
    Foto: De-Da Productions
  • Das Bild zeigt am Boden sitzende Grundschulkinder von hinten, die auf riesiges Mammut schauen, das zwischen Nebel und Schlingpflanzen steht.
    Foto: Christian Schuller
  • Das Bild zweigt zwei PerformerInnen, die in einem Klassenzimmer von einem Tisch springen. Sie halten sich an den Händen.
    Foto: Jan Bosch
  • Eine Performerin mit Fellmütze sitzt mit schmollendem Gesicht von einer Technikkonsole und einem Mikro.
    Foto: Jan Bosch
  • Zwei schwarz gekleidete Performerinnen und fünf comic-hafte Pappfiguren stehen in einer Reihe auf einer dunklen Bühne.
    Foto: Katrin Schander

Theater und Tanz in der Schule – ob im Klassenraum, auf dem Pausenhof, in der Sporthalle oder auf der Bühne in der Aula, überall kann Kunst erlebbar werden.

 

Nachgespräch
Im Anschluss an das Gastspiel können die Schüler:innen in einem Nachgespräch Eindrücke teilen, Fragen und Rückmeldungen loswerden und schon Mal mit den Künstler:innen in Austausch kommen.

 

Nachbereitungsworkshops
Nach dem Schulgastspiel wird das Stück in Kleingruppen mit den Künstler:innen spielpraktisch nachbereitet. Hier kommen die Schüler:innen selbst ins Tun und tauchen über Bewegung und Spiel tiefer in die Welt des Stücks ein. Alle können sich hier nochmal neu und anders kennenlernen und werden mit den Künstler:innen zusammen selbst kreativ. In den Workshops können sowohl Inhalte als auch Methodik und Ästhetik des Stücks eine Rolle spielen, wichtig nur: Es wird praktisch!

Kinderbeine gehen über einen hellen Holzboden
(c) Insa Cathérine Hagemann

FLUX Schaufenster
Das regelmäßig wechselnde Gastspielprogramm wird beim digitalen FLUX Schaufenster für Lehrer:innen kompakt und “knackig” vorgestellt. Hier besteht nicht nur die Möglichkeit, sich einen Überblick über alle Stücke im Programm zu verschaffen, sondern auch zu erfahren, wie genau ein Gastspiel geplant wird und mit den Theatergruppen in Kontakt zu treten. Im Anschluss daran – und natürlich auch unabhängig vom Schaufenster – können die Schulen ein Stück aussuchen, das sie zu sich einladen wollen.

  • Drei monster-artige Wesen stehen auf einer Bühne: links steht ein Kartom mit Beinen. In der Mitte ein Monster aus Kunstrasen, mit einem Korb als Kopf. Rechts steht eine Art Wurm aus einem Agility-Tunnel.
    (c) FLUX
  • mehrere Personen sitzen auf Stühlen und lesen Papiere mit dem FLUX-Logo.
    (c) FLUX
  • Mittig steht eine Person, die ein Kissen über den Kopf hält. Vor ihr liegt ein Berg aus Kissen. Vor dem Berg liegt eine Person auf der Seite.
    (c) FLUX
  • Eine Gruppe von Leuten läuft über einen sonnigen Hof, im Hintergrund Häuser und Autos.
    (c) FLUX
  • Auf einer Bühne sitzen zwie PerformerInnen auf Würfeln. Im Vorhergrund sind die Silhouetten von Publikum zu sehen.
    (c) FLUX
  • Das Bild zweigt mehrere sich unterhaltende Personen - teils im Vordergrund, teils im Hintergrund. Die meisten Gesichter sind unscharf-, nur ein Gesicht links ist scharf zu sehen.
    (c) FLUX
  • Eine Performerin in sportlicher Kleidung klatscht eine Person im Publikum ab.
    (c) FLUX

Beim FLUX Schaufenster im eWerk in Bad Homburg im Jahr 2022 zeigen die Gastspielgruppen kleine Ausschnitte aus ihren Stücken. Seit 2023 wird das Format digital umgesetzt und findet in zwei Ausgaben: 1. für das Grundschulprogramm und 2 . für das Programm der weiterführenden Schulen statt.

 

FLUXprojekt
Als Erweiterung des FLUX-Gastspiels können Schulen ein FLUXprojekt planen. Ein FLUXprojekt baut auf einem Gastspiel auf, das an der Schule stattfindet. In einem mehrtägigen Projekt – an Projekttagen, in einer Projektwoche oder an mehreren Terminen im Ganztagsbereich – stehen nach dem Gastspiel-Besuch die szenische Weiterentwicklung des Gesehenen im Fokus. Die Lehrer:innen können in einem modular angelegten Baukasten-System unterschiedliche Formate mit den Künstler:innen buchen, z. B. kreative Hausaufgaben, Probenbesuche, Nachbereitungsworkshops und vieles mehr. Die Künstler:innen und Lehrer:innen arbeiten so eng zusammen und schaffen mit den Teilnehmenden ein ganz neues, eigenes künstlerisches Produkt, in dem die kreative Energie der jungen Menschen im Zentrum steht.

 

(c) FLUX

In dem Schulprojekt “Weidenbäume gibt es” von und mit Maria Tsitroudi gehen die Teilnehmenden dem performativen Zeichnen auf den Grund. Mit Material und Musik widmen sie sich der Frage danach, wie Raum, Bewegung und Zeichnung zusammengehören.

 

FLUX in Gemeinden:

FLUX denkt die Bewohner:innen hessischer Gemeinden aller Altersstufen und unabhängig von ihrer Vorerfahrung im künstlerischen Feld als Expert:innen für den Ort, in dem sie leben. FLUX in Gemeinden lädt dazu ein, gemeinsam diese Orte zu erforschen.

FLUX-Residenzen

In einer zweijährigen Residenz-Phase arbeiten Künstler:innen mit Bürger:innen aus einer Gemeinde zusammen an ortsspezifischen Themen – z. B. zu einem interessanten Bauwerk oder Park, einem historischen Ereignis oder mit einem mit ländlichen Räumen verbundenen Thema. Es entstehen unterschiedliche künstlerische Arbeiten und Ereignisse, die im Wechselspiel zwischen inhaltlicher Expertise der Bürger:innen und künstlerischem Zugang entstanden sind, z. B. Theateraufführungen, Audiowalks, Filme, Spielformate oder interaktive Dinnerabende.

FLUX in Kooperation mit Initiativen der Kinder-und Jugendarbeit:

FLUX in Kooperation mit Initiativen der Kinder- und Jugendarbeit denkt die verschiedenen Arbeitsfelder sozialer Arbeit mit und begreift Kunst und Kultur als Möglichkeitsraum für die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden.

FLUXperiment
In einem Sommerprojekt mit einem Theater und einer Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit werden verschiedene Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche ausprobiert.

  • Ein Kind mit vor die Augen geklebten Stickern, auf denen steht
    Foto: Martina Häfner
  • Foto eines Auswertungsplakats mit dem Titel
    Foto: Martina Häfner
  • Zwei inder vor einem Samtvorhang, der auf einer Wiese steht. Über dem Vorhang steht
    Foto: Martina Häfner
  • Vier Kinder mit Masken laufen auf die Kamera zu und posieren. Hinter ihnen ein Samtvorhang, über dem
    (c) Martina Häfner

Beschreibung: Beim FLUXperiment von “Theater Einfach Riesig” aus Schöllkrippen und der KI Kinderinitiative Bad Orb im Sommer 2025 entstehen mit selbst erdachten Piktogrammen Theaterszenen für das große Sommerfest. Eine Audio-Installation mit großen Porträts der Kinder rahmt die Aufführung, für die die Teilnehmenden natürlich auch noch Stelzenlaufen lernten.

 

FLUX Fortbildungen und Workshops
FLUX Fortbildungen und Workshops hören nicht bei Kindern und Jugendlichen auf, sondern laden alle Menschen zum miteinander Lernen ein.

Für unsere FLUX-Akteur:innen bieten wir Sensibilisierungsworkshops und Fortbildungen zu verschiedene Diskriminierungsformen sowie Mitbestimmung und Partizipation an. Gemäß unseres Selbstverständnisses möchten wir machtkritische Blicke auf Kulturelle Bildungsangebote schulen. Die Angebote werden in Kooperation mit unterschiedlichen Organisationen, Initiativen und einzelnen Referent:innen durchgeführt und sprechen Kunstschaffende und Schulakteur:innen gleichermaßen an.

FLUX kann über den Hessischen Bildungsserver Akkreditierungen für Lehrer:innen oder Zertifikate für Künstler:innen ausstellen.

  • Ein aufgeklappter Laptop und mehrere Kopfhörer liegen auf einem Tisch.
    (c) FLUX
  • Eine Gruppe von Menschen bewegt sich durch einen Raum. Einige sitzen, einige laufen, einige unterhalten sich.
    (c) FLUX
  • Ein Flipchart mit dem Titel
    (c) FLUX

Bildbeschreibung: Zusammen mit TuSch und turbo pascal führte FLUX 2021 den Workshop “Theatrale Publikumsexperimente” durch.

 

Kooperationspartner:innen (Auswahl):

Anne Frank Bildungsstätte

Franka Osthoff

Gegenargument

Isabelle Zinsmaier

khaloh

Mirrianne Mahn

Schultheater Studio Frankfurt

Turbo Pascal

TUSCH Frankfurt

What the FLUX?!

Politisch und idealistisch, wir fragen uns sehr,
Wie bringen wir junge Stimmen mehr in den Verkehr?
Teilhabe, Partizipation – nicht nur als Schein,
Einladungen aussprechen, die Beziehung muss gedeih’n.

Überdauert das künstlerische Projekt, wenn FLUX verweht?
Oder reicht der kurze Funke, der besteht?
Prozessorientiertes Arbeiten, das ist der Plan,
in den ländlichen Räumen, aber bitte mit WLAN.

Was ist ländlich? Eine Frage für sich,
Geografisch, kulturell – die Grenzen sind fließend oder nicht?
Lasst uns ländliche Räume nicht als Defizit sehn,
Sondern das Gefälle von Stadt und Land verstehn.

Die Türöffner:innen vor Ort, so wichtig und klug,
Doch oft sind sie rar, wie ein seltener Pflug.
Ein Grillfest, manchmal ein Wunder, ganz klar,
Niedrigschwelliges Handeln, das ist wunderbar.

Wie entlasten wir Lehrer:innen, die viel tun,
Wir möchten Brücken bauen, und nicht nur ruh’n.
Die Schule neu entdecken, das Lernen befrein,
Den Leistungsdruck lösen, die Kreativität rein.

Beim Gastspielprogramm, die Frage so klar,
Wer steht auf der Bühne, wer wird sichtbar,
Wessen Geschichte, welches Licht,
Wer bekommt Raum, wer spricht für sich?

Wie schaffen wir Räume, utopisch und frei,
Wo Hierarchien weichen, sind Kinder nicht nur dabei!
am Miteinander blühn, im Gemeinsamen gedeih’n
So wächst eine Zukunft, das wäre fein.

Bottom five